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PHILOSOPHIE

Unser Gestüt befindet sich in Südtirol, in einem kleinen Dorf namens Wangen, eine halbe Autostunde von Bozen entfernt, in einem kleinen Seitental des Bozner Hausberges Ritten.

Steile Kletterpfade, blühende Wiesen, ein Stausee in der Nähe, reichlich Sonne und das besondere Klima dieser Gegend – milde Winter, nicht zu heiße Sommer und lange trockene Herbste – gestatten eine lange Nutzung der Bergweiden und ein gesundes Leben. Von Mai bis Oktober werden unsere Pferde täglich auf die Weide entlassen, damit sie neben dem Hunger ihr Bedürfnis nach Bewegung, Luft, Sonne und Pferdekontakt befriedigen können und das gibt ihnen Kraft, Gesundheit und Vitalität.

Unsere Stallungen sind, ausgehend von wissenschaftlichen Erkenntnissen artgerechter Pferdehaltung, so kontruiert, dass sie den Tieren ausreichende Luft, Licht, Bewegungs- und
Kontaktmöglichkeit zu den Stallkameraden bieten. Die Stuten sind in geräumigen Einzelboxen, die Fohlen in Laufställen und die Hengste in einem separaten Stall untergebracht.

Großer Wert wird bei uns darauf gelegt, ganz gleich ob Sommer oder Winter, dass alle Pferde den ganzen Tag in ihrem gewohnten Herdenverband an der frischen Luft verbringen. Diese Haltung hat sich hervorragend bewährt und fördert Wachstum, Gesundheit und Charakter in hohem Maße. Von Anfang an steht ein Gaughof-Fohlen in engem Kontakt mit seinen Pflegern. So gibt es später weder Probleme bei der täglichen Pflege, noch bei Gesundheitskontrollen, Transporten oder beim Zureiten. Ein Kind vom Gaughof, das ist unser Stolz, ist kräftig, gut erzogen und gesund ernährt.


Werfen wir einen Blick zurück auf die Geschichte unserer Lieblinge:

Vor vielen Jahrhunderten geschah es, dass dem sesshaften Bauern oder Hirten die Weiden für seine Tiere nicht mehr ausreichten. Er musste nach anderen, reicheren Weidegründen für seine Herden Umschau halten. Sein Augenmerk fiel auf die schnellen, wendigen Beine des Pferdes und begann so das Pferd zu zähmen. Er fand in diesem Tier nicht nur einen treuen und teuren Freund sondern bald auch einen tüchtigen und zuverlässigen Kampfgenossen in seinen Raub- und Eroberungszügen. Die Araber, das Nomadenvolk, wurden von dem Pferd geradezu abhängig, ihr Leben wäre undenkbar ohne diesen schnellbeinigen, zutraulichen und ausdauernden Freund. Legenden um Legenden woben sich um das Araberpferd gleich dem Adler, König der Lüfte. Das leichtfüßige Pferd, Freund des Menschen, wurde als das größte, wertvollste Geschenk des großen „Allah“ angesehen, Symbol für Schönheit, göttlicher Perfektion und Freiheit des Menschen.

Das Araberpferd entstammt ursprünglich syrischen und persischen Nomadenstämmen. Im III. Jahrhundert v.C. kam es nach Arabien, ein unfreundliches hartes Land mit einem ebenso harten Klima. Es gab dort wenig Weideland – alles war öde – ein ständiger Kampf mit der Natur und Landschaft. Das Pferd musste sich anpassen. Seine Muskeln entwickelten sich noch mehr, die Hufe wurden kleiner, die Beine sehniger und schneller, dem schwierigen Wüstenboden besser angepasst. Das Pferd wurde kleiner, aber dafür ebenso hart und ausdauernd wie das Land, in dem es lebte und wie die Menschen, deren treuer Freund und Begleiter es war.

Gerade diese enge Verbundenheit mit dem Menschen ist es, was den Araber unter seinen Artgenossen auszeichnet, er braucht den Menschen, seine freundlichen, beruhigenden Worte, seine Liebkosungen, seinen Ansporn ebenso wie der Mensch der Wüste sein Pferd braucht und gebraucht hat. Eben aus diesem Grund züchten wir das Wüstenpferd, den Araber, denn unter allen Pferdearten ist er der perfekteste, sowohl von seinem harmonievollen, schönen und starken Körperbau her als auch wegen seines extrem zahmen und freundlichen und dennoch stolzen Charakters. Das Araberpferd ist mehr als nur ein Pferd, es ist Harmonie, Schönheit, Kraft, ein Geschenk der Götter.


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Andrea und Philipp Selva
mit Akuwar El Gaug
























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